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RP · Drs. 18/11728 · Antrag · 18. Wahlperiode · eingebracht 28.03.2025

G9-Gymnasien und integrierte Gesamtschulen: Abitur nach vollen neun Jahren

BildungSchulpolitikGleichstellung
Bewertung treffend?

Zusammenfassung

Die CDU-Fraktion fordert die Verlängerung des G9-Abiturs in Rheinland-Pfalz von achteinhalb auf volle neun Jahre, um Vergleichbarkeit mit anderen Bundesländern und Schulformen herzustellen.

Kernforderungen
  • Feststellung des 'Sonderwegs' Rheinland-Pfalz
  • Kritik an frühen Abiturterminen (Januar/März)
  • Forderung nach zeitlicher Parallelisierung aller Abiturprüfungen
  • Erhalt des G8-Ganztagsgymnasiums
4.0/10
Überarbeiten
Bewertungs-Sicherheit: hoch

Der Antrag fokussiert ausschließlich auf formale Schulzeitverlängerung ohne Bezug zu sozialer Gerechtigkeit, ökologischer Nachhaltigkeit oder Mitbestimmung. Er ignoriert strukturelle Benachteiligungen (z. B. fehlende individuelle Förderung, soziale Herkunft) und verknüpft 'mehr Zeit' nicht mit pädagogischer Qualität oder Inklusion. Im Feld D1 (Menschenwürde) ist er neutral (○), da kein direkter Grundrechtsschutz erfolgt; in D4 (Soziale öffentliche Leistung) erhält er +1 für die Absicht, Durchlässigkeit zu verbessern – doch ohne konkrete Maßnahmen zur Chancengleichheit bleibt dies symbolisch. Ein gravierender Mangel ist die fehlende Berücksichtigung von A-Bereich (Lieferant:innen): Keine Forderung nach fairer Vergabe an Bildungsanbieter oder nach gemeinwohlorientierten Lehrmaterialien.

Stärkster Wert — Stärken

Klare Forderung nach Vergleichbarkeit; Bezug zur bundesweiten Bildungsharmonisierung

Schwächster Wert — Schwächen

Kein Bezug zu sozialer Ungleichheit; Keine pädagogische Begründung

Matrix 2.0 · 25 Felder

Schwerpunkt-Felder: D4
Menschenwürde
Solidarität
Ökol. Nachhaltigkeit
Soz. Gerechtigkeit
Transparenz
A · Lieferant:innen
B · Finanzen
C · Verwaltung
D · Bürger:innen
+
E · Gesellschaft & Natur

Bewertungs-Kontext

Wahlperiode: 18. Wahlperiode (2021-05-18 – laufend)
Regierung zur Antragszeit: Schweitzer I (SPD+GRÜNE+FDP), vereidigt 2024-07-10
Bewertet gegen die folgenden Wahlprogramme:
Diese Bewertung wurde am 25.04.2026 mit qwen-plus gegen den oben genannten Programm-Stand erzeugt.

Programm-Treue pro Fraktion

CDU Antragsteller:in
Wahlprogramm 9/10

Der Antrag entspricht exakt dem CDU-Regierungsprogramm 2021, das sich für 'vergleichbare Abschlüsse', 'Aussagekraft einer Note' und 'echte Vergleichbarkeit rheinland-pfälzischer Abschlüsse' einsetzt — hier konkretisiert als Forderung nach gleichem Zeitrahmen für alle G9-Abschlüsse. Die Kritik am 'Sonderweg' spiegelt die CDU-Position zur bundesweiten Harmonisierung wider.

„KONKRET: KONKRET: 02.08 Vergleichbare Abschlüsse: Schulabschlüsse sollen die Reife bescheinigen und dienen keinem Selbstzweck. Es ist wichtig, sich auf ihre Aussagekraft verlassen zu können. Eine echte Vergleichbarkeit rheinland-pfälzischer Abschlüsse ist jedoch nicht gegeben."
✓ verifiziert CDU Rheinland-Pfalz Regierungsprogramm 2021, S. 11 · PDF öffnen
Parteiprogramm 8/10

Das CDU-Grundsatzprogramm 2024 betont 'Subsidiarität', 'Stärke des Staates' und 'Verantwortung'. Der Antrag versteht Bildung als staatliche Aufgabe mit klaren Qualitätsstandards — konsistent mit dem christlich-demokratischen Menschenbild und dem Anspruch auf 'Reifebescheinigung'. Allerdings fehlt der explizite Bezug zu 'Schöpfungsverantwortung' oder 'Familie' — daher leicht abgeschwächt.

Keine wörtlich passenden Stellen im Parteiprogramm gefunden. Die Bewertung beruht auf inhaltlicher Auslegung — entweder benennt das Programm das konkrete Thema nicht explizit, oder es bleibt zu allgemein, um wörtlich zugeordnet zu werden.

SPD Regierungsfraktion
Wahlprogramm 3/10

Die SPD setzt auf individuelles Lernen, Barrierefreiheit und Ganztagsangebote ('echtes Ganztagsangebot'), nicht auf starre Zeitverlängerung. Ihr Programm betont, dass 'jedes Kind anders lernt' (Q6) und fordert mehr Raum und Zeit für selbstbestimmtes Lernen — nicht für längere Prüfungsvorbereitung. Der Antrag widerspricht dieser pädagogischen Logik und ignoriert die SPD-Forderung nach gesunder Schulverpflegung oder Klimabildung (Q8).

„Jedes Kind ist anders, jedes Kind lernt anders. Wir wollen, dass jedes Kind seine individuellen Potenziale voll entfalten kann."
✓ verifiziert SPD Rheinland-Pfalz Regierungsprogramm 2021, S. 15 · PDF öffnen
Parteiprogramm 4/10

Das Hamburger Programm (2007) betont 'Solidarität', 'Gerechtigkeit' und 'Bildung als Schlüssel'. Ein rein formalzeitlicher Ansatz ohne sozialpädagogische Komponente bleibt hinter diesen Zielen zurück. Der Antrag adressiert keine strukturelle Benachteiligung — z. B. durch soziale Herkunft oder Behinderung — und greift damit nicht die Kernforderung nach 'Vorsorge' auf.

Keine wörtlich passenden Stellen im Parteiprogramm gefunden. Die Bewertung beruht auf inhaltlicher Auslegung — entweder benennt das Programm das konkrete Thema nicht explizit, oder es bleibt zu allgemein, um wörtlich zugeordnet zu werden.

GRÜNE Regierungsfraktion
Wahlprogramm 2/10

Die GRÜNEN setzen auf digitale Bildung, interkulturelle Verständigung und kritisch-reflexiven Umgang mit Technologie (Q13), sowie auf Überwindung bestehender Ungleichheiten (Q16). Der Antrag enthält keinerlei Bezug zu Digitalisierung, Inklusion, Sprachförderung oder kritischem Denken — stattdessen eine technokratische Zeitkorrektur. Er widerspricht der grünen Zielsetzung, 'Ungleichheiten nicht zementieren, sondern überwinden zu helfen'.

Keine wörtlich passenden Stellen im Wahlprogramm gefunden. Die Bewertung beruht auf inhaltlicher Auslegung — entweder benennt das Programm das konkrete Thema nicht explizit, oder es bleibt zu allgemein, um wörtlich zugeordnet zu werden.

Parteiprogramm 3/10

Das Grundsatzprogramm 2020 verankert 'Ökologie', 'Demokratie' und 'Gerechtigkeit' als untrennbare Werte. Der Antrag berührt keines dieser drei Dimensionen — weder planetare Grenzen noch Partizipation noch sozio-ökologische Transformation. Er ist inhaltsleer im Sinne grüner Bildungspolitik.

„Gute Bildung zeichnet sich dadurch aus, dass sie bestehende Ungleichheiten nicht zementiert, sondern sie überwinden hilft."
✓ verifiziert Grüne Grundsatzprogramm 2020, S. 92 · PDF öffnen
FDP Regierungsfraktion
Wahlprogramm 5/10

Die FDP fordert 'weltbeste Bildung' und 'individuelle Talente' (Q17), aber auch 'Bildung als Bürgerrecht' — nicht als Zeitkontingent. Der Antrag ist formal konsistent mit dem FDP-Ziel nach 'Vergleichbarkeit', doch fehlt jeder Bezug zur Freiheit des Lernens, zur Vielfalt der Bildungswege oder zur Eigenverantwortung. Er reduziert Bildung auf einen standardisierten Zeitrahmen — was der FDP-Idee von 'Chancengerechtigkeit durch Leistung' widerspricht.

„Für Freie Demokratinnen und Demokraten ist Bildung ein Bürgerrecht. Deshalb wollen wir weiter konsequent daran arbeiten, für jedes Kind die beste Bildung anzubieten – kostenfrei."
✓ verifiziert FDP Rheinland-Pfalz Wahlprogramm 2021, S. 8 · PDF öffnen
Parteiprogramm 6/10

Das FDP-Grundsatzprogramm 2012 betont 'individuelle Freiheit', 'Eigenverantwortung' und 'Vielfalt der Bildungswege'. Ein starres Modell mit verlängertem Zeitrahmen für alle widerspricht dem Prinzip der Freiheit zugunsten einer bürokratischen Standardisierung — allerdings nicht fundamental, da 'Vergleichbarkeit' auch als Rahmen für Freiheit interpretierbar ist.

Keine wörtlich passenden Stellen im Parteiprogramm gefunden. Die Bewertung beruht auf inhaltlicher Auslegung — entweder benennt das Programm das konkrete Thema nicht explizit, oder es bleibt zu allgemein, um wörtlich zugeordnet zu werden.

AfD
Wahlprogramm 0/10

Keine Quellen im Index — Bewertung nicht möglich.

Keine wörtlich passenden Stellen im Wahlprogramm gefunden. Die Bewertung beruht auf inhaltlicher Auslegung — entweder benennt das Programm das konkrete Thema nicht explizit, oder es bleibt zu allgemein, um wörtlich zugeordnet zu werden.

Parteiprogramm 0/10

Keine Quellen im Index — Bewertung nicht möglich.

Keine wörtlich passenden Stellen im Parteiprogramm gefunden. Die Bewertung beruht auf inhaltlicher Auslegung — entweder benennt das Programm das konkrete Thema nicht explizit, oder es bleibt zu allgemein, um wörtlich zugeordnet zu werden.

FREIE WÄHLER
Wahlprogramm 0/10

Keine Quellen im Index — Bewertung nicht möglich.

Keine wörtlich passenden Stellen im Wahlprogramm gefunden. Die Bewertung beruht auf inhaltlicher Auslegung — entweder benennt das Programm das konkrete Thema nicht explizit, oder es bleibt zu allgemein, um wörtlich zugeordnet zu werden.

Parteiprogramm 0/10

Keine Quellen im Index — Bewertung nicht möglich.

Keine wörtlich passenden Stellen im Parteiprogramm gefunden. Die Bewertung beruht auf inhaltlicher Auslegung — entweder benennt das Programm das konkrete Thema nicht explizit, oder es bleibt zu allgemein, um wörtlich zugeordnet zu werden.

Verbesserungsvorschläge

Vorschlag 1 von 3
Ein G9-Abitur nach vollen neun Jahren ermöglicht gezielte individuelle Förderung, inklusive Lernbegleitung für Schüler:innen mit sonderpädagogischem Förderbedarf, sprachlichen Herausforderungen oder sozialer Benachteiligung , sowie Zeit für projektbasiertes Lernen zu Klimaschutz, Demokratie und digitaler Souveränität .

Verknüpft Zeitverlängerung mit GWÖ-Werten Soziale Gerechtigkeit (D4), Ökologische Nachhaltigkeit (D3) und Transparenz & Mitbestimmung (D5)

Vorschlag 2 von 3
Das G9-Abitur in seiner verkürzten Form nach achteinhalb Jahren ist ein rheinland-pfälzischer Sonderweg, der insbesondere Schüler:innen aus bildungsfernen Familien, mit Migrationshintergrund oder ohne familiäre Prüfungsvorbereitung benachteiligt .

Macht den sozialen Widerspruch explizit — stärkt Solidarität (D2) und Menschenwürde (D1)

Vorschlag 3 von 3
Das Konzept des G8-Ganztagsgymnasiums hat sich bewährt und soll um gemeinwohlorientierte Vergabekriterien ergänzt werden: Priorisierung von Anbietern mit fairen Arbeitsbedingungen, nachhaltigen Materialien und partizipativer Eltern- und Schüler:innenmitwirkung .

Erweitert den Antrag um A-Bereich (Lieferant:innen) und fördert Solidarität (A2), Ökologische Nachhaltigkeit (A3), Transparenz (A5)

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Bewertungs-Historie

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Kommentare

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